Versteckten Schimmel erkennen – woran man ihn erkennt und was Experten dazu sagen

Versteckten Schimmel erkennen – woran man ihn erkennt und was Experten dazu sagen

Wenn Menschen an Schimmel denken, stellen sie sich meist schwarze Flecken an Wänden vor. In der Realität entsteht Schimmel jedoch häufig an Stellen, die man gar nicht sehen kann. Einer der häufigsten Orte für versteckten Schimmel sind Böden, insbesondere unter Parkett, Laminat oder Teppichen.

Gerade nach kleinen Wasserschäden, ausgelaufenen Geräten oder langfristig erhöhter Luftfeuchtigkeit kann sich unter einem Bodenbelag Feuchtigkeit ansammeln. Da diese Bereiche kaum Luftzirkulation haben, können dort ideale Bedingungen für Schimmel entstehen.

Schimmelexperten berichten immer wieder, dass Schäden unter Bodenbelägen oft lange unentdeckt bleiben. Erst wenn Gerüche entstehen oder sich der Boden verändert, wird das Problem sichtbar.

Warum Böden besonders anfällig für versteckten Schimmel sind

Der Bereich unter einem Bodenbelag ist ein nahezu abgeschlossener Raum. Wenn Feuchtigkeit dort hineingelangt, kann sie oft nur sehr langsam wieder entweichen.

Typische Ursachen sind:

  • Wasserschäden (z. B. Spülmaschine, Waschmaschine)
  • ausgelaufene Blumentöpfe
  • Feuchtigkeit aus dem Untergrund
  • Baufeuchte
  • Kondensation
  • hohe Luftfeuchtigkeit über längere Zeit.

Wenn Wasser unter den Boden gelangt, bleibt es häufig zwischen Estrich, Dämmung und Bodenbelag eingeschlossen. Dort kann sich Schimmel entwickeln, ohne dass man ihn sofort sieht.

Parkett und Feuchtigkeit – nimmt echtes Holz mehr Wasser auf?

Eine häufige Frage ist, ob echtes Parkett mehr Feuchtigkeit aufnimmt als Laminat.

Die kurze Antwort lautet: Ja, echtes Holz reagiert deutlich stärker auf Feuchtigkeit.

Holz ist ein hygroskopisches Material, das bedeutet, dass es Feuchtigkeit aus der Umgebung aufnehmen und wieder abgeben kann. Wenn die Luftfeuchtigkeit steigt oder Wasser auf den Boden gelangt, nimmt Holz Feuchtigkeit auf.

Dadurch kann Parkett:

  • aufquellen
  • sich verformen
  • Fugen bilden
  • knarren oder sich heben.

Dieser Effekt ist einer der Gründe, warum Parkettböden besonders empfindlich auf Wasserschäden reagieren.

Laminat – weniger Aufnahme, aber trotzdem anfällig

Laminat besteht nicht aus massivem Holz, sondern meist aus mehreren Schichten:

  • einer Trägerplatte (häufig HDF – hochverdichtete Holzfasern)
  • einer Dekorschicht
  • einer Schutzschicht.

Die Oberfläche von Laminat ist relativ wasserabweisend. Das bedeutet, dass kurzfristige Feuchtigkeit auf der Oberfläche oft weniger problematisch ist als bei Parkett.

Allerdings hat Laminat einen entscheidenden Schwachpunkt: die Fugen und Kanten.

Wenn Wasser zwischen die Fugen gelangt, kann die Trägerplatte Feuchtigkeit aufnehmen. Diese kann dann aufquellen und sich dauerhaft verformen.

Wo sich unter Böden besonders häufig Schimmel bildet

Schimmel unter Parkett oder Laminat entsteht häufig an bestimmten Stellen im Raum.

Typische Bereiche sind:

  • unter Küchenmöbeln
  • unter Waschmaschinen oder Geschirrspülern
  • unter Teppichen
  • unter großen Möbeln
  • in Bereichen mit früheren Wasserschäden
  • an Außenwänden oder Balkontüren.

Da diese Bereiche selten kontrolliert werden, kann sich Feuchtigkeit dort lange halten.

Erste Hinweise auf versteckten Schimmel unter Böden

Auch wenn der Schimmel selbst nicht sichtbar ist, gibt es oft Hinweise auf ein Problem.

Muffiger Geruch

Ein modriger Geruch im Raum kann ein Zeichen dafür sein, dass sich unter dem Boden Feuchtigkeit oder Schimmel befindet.

Verformter Boden

Parkett kann sich durch Feuchtigkeit aufwölben oder verziehen. Laminat kann ebenfalls aufquellen.

Knarrende oder bewegliche Stellen

Wenn sich der Boden ungewöhnlich bewegt oder knarrt, kann das ein Hinweis darauf sein, dass sich darunter Feuchtigkeit befindet.

Verfärbungen

Manchmal entstehen dunklere Stellen oder Flecken an Fugen oder Rändern.

Warum Schimmel unter Böden oft lange unentdeckt bleibt

Der Raum unter einem Bodenbelag ist meist:

  • dunkel
  • schlecht belüftet
  • schwer zugänglich.

Wenn Feuchtigkeit dort eingeschlossen wird, können Mikroorganismen wachsen, ohne dass man sie sofort bemerkt.

Gerade nach Wasserschäden wird manchmal nur die Oberfläche getrocknet. Wenn jedoch Feuchtigkeit unter den Boden gelangt ist, kann sie dort lange bestehen bleiben.

Was Experten wie Brian Karr dazu sagen

Schimmelexperten berichten häufig, dass Bodenbereiche besonders häufig übersehen werden.

Der amerikanische Schimmelinspektor Brian Karr beschreibt beispielsweise, dass Schimmel oft dort wächst, wo Menschen selten hinschauen:

  • hinter Wänden
  • unter Böden
  • in Dämmmaterialien
  • in Lüftungssystemen.

Er weist darauf hin, dass sichtbarer Schimmel manchmal nur ein kleiner Teil des Problems ist, während der eigentliche Schaden im Gebäude verborgen bleibt.

Deshalb betonen viele Experten, dass bei Feuchtigkeitsschäden nicht nur die Oberfläche betrachtet werden sollte, sondern auch versteckte Bereiche im Gebäude.

Wie Fachleute versteckten Schimmel unter Böden untersuchen

Wenn ein Verdacht besteht, können Fachleute verschiedene Methoden einsetzen.

Feuchtigkeitsmessungen

Mit speziellen Geräten kann geprüft werden, ob sich ungewöhnlich viel Feuchtigkeit im Boden oder im Estrich befindet.

Wärmebildkameras

Thermografiekameras können Temperaturunterschiede zeigen, die auf Feuchtigkeit hindeuten.

Materialproben

In manchen Fällen wird ein kleiner Teil des Bodens geöffnet, um darunterliegende Materialien zu untersuchen.

Wann man genauer hinschauen sollte

Ein genauer Blick auf den Boden kann sinnvoll sein, wenn:

  • ein Wasserschaden aufgetreten ist
  • der Boden sich verformt hat
  • ein muffiger Geruch im Raum entsteht
  • Feuchtigkeit längere Zeit vorhanden war.

In solchen Situationen kann es hilfreich sein, den betroffenen Bereich genauer zu untersuchen.

Wichtige Erkenntniss

Schimmel in Gebäuden ist nicht immer sofort sichtbar. Besonders unter Parkett oder Laminat kann sich Feuchtigkeit ansammeln und Schimmel entstehen, ohne dass dies von außen erkennbar ist.

Echtes Holz reagiert stärker auf Feuchtigkeit als Laminat, da es Wasser aufnehmen und wieder abgeben kann. Laminat ist zwar an der Oberfläche widerstandsfähiger, kann aber ebenfalls beschädigt werden, wenn Feuchtigkeit durch die Fugen eindringt.

Hinweise auf versteckten Schimmel können unter anderem sein:

  • muffiger Geruch
  • aufquellender Boden
  • Verformungen oder ungewöhnliche Geräusche.

Der wichtigste Punkt bleibt jedoch immer derselbe: Feuchtigkeit erkennen und beseitigen, denn ohne Feuchtigkeit kann sich Schimmel normalerweise nicht dauerhaft entwickeln.

Schimmel entsteht meist nicht durch einen einzigen Faktor. Oft spielen Raumklima, Feuchtigkeit, Bauphysik und Lüftungsverhalten zusammen. In den folgenden Artikeln finden Sie weitere wichtige Ursachen und Lösungen.